1960-1969
In den 1960er-Jahren wurde die Hörakustik als eigenes Handwerk geprägt: Hörgeräte wurden mobiler, kleiner und zunehmend alltagstauglich. Parallel entwickelte sich der Berufsstand weiter – 1965 wurde der Hörgeräteakustiker als Vollhandwerk in die Handwerksrolle aufgenommen.

Wo alles begann
Nachdem Hans Dieter Gerland sich 1961 mit einem ELRAS- (Elektro-Rasierer) Fachgeschäft für Trockenrasierer selbstständig gemacht hatte, erweiterte er sein Angebot bereits 1962 um den Einzelhandel mit Hörgeräten und Hörgerätezubehör.

Das erste Fachgeschäft
Ab 1966 stellte Hans Dieter Gerland konsequent auf den neu entstehenden Berufsstand Hörgeräteakustik um und eröffnete sein erstes Fachgeschäft in der Allianz-Passage in Osnabrück.
Der Standort Osnabrück entwickelte sich in den folgenden Jahren zur Zentrale des Unternehmens. Von hier aus entstanden weitere Niederlassungen in Hildesheim, Ibbenbüren, Quakenbrück, Löningen und später auch in Bad Essen.

Otoplastik-Labor
Gerland Hörgeräte verfügte schon früh über eine eigene Reparaturwerkstatt und ein eigenes Otoplastik-Labor mit einem eigens dafür ausgebildeten Techniker. Damals gab es noch kein logistisch ausgefeiltes System, um Otoplastiken schnell anfertigen zu lassen, Reparaturen kurzfristig durchzuführen oder benötigte Teile zügig zu liefern.

Spezialisierung auf Hörgeräte
Was zunächst neben Rasierapparaten begann, entwickelte sich schnell zum Schwerpunkt: Die Nachfrage nach Hörgeräten wuchs, und Hans Dieter Gerland erkannte früh das Potenzial der jungen Hörakustikbranche. 1969 verschwanden die Rasierer schließlich vollständig aus dem Sortiment. Fortan spezialisierte sich Hans Dieter Gerland ganz auf Hörgeräte und die Versorgung von Menschen mit Hörminderung.

Früher Fokus auf Pädakustik
Von Anfang an lag der Fokus auch auf der Unterstützung von Kindern mit Hörminderung an der Niedersächsischen Landesgehörlosenschule in Osnabrück (dem heutigen Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte Osnabrück).
So wurde die Pädakustik früh zu einem wichtigen Teil der Arbeit von Gerland Hörgeräte und prägt bis heute den Anspruch einer umfassenden, lebenslangen Begleitung – beginnend bereits im Säuglingsalter.
1970-1979
In den 1970er-Jahren wurden Hörgeräte spürbar kleiner und unauffälliger. Hörbrillen und erste kompaktere Im-Ohr-Lösungen verbreiteten sich, während neue Bauteile und genauere Messverfahren die Anpassung im Alltag weiter verbesserten.

Einer der ersten Meister
Mit der Meisterprüfung 1970 gehörte Hans Dieter Gerland zu einer frühen Generation von Hörakustikmeistern in Deutschland.
Bild: Hans Dieter Gerland (l.) in einer frühen Audiometrie-Kabine. Zu dieser Zeit begannen sich professionelle Hörmessungen in Deutschland stärker zu etablieren.
1980-1989
In den 1980er-Jahren wurden Hörsysteme kompakter, präziser anpassbar und erstmals digital programmierbar. Damit wuchs auch der Anspruch an Beratung, Messung und individuelle Feinanpassung. Zugleich wurden in Deutschland die ersten Cochlea-Implantate eingesetzt – ein wichtiger Schritt für Menschen mit hochgradiger Hörminderung.

Der Einstieg der nächsten Generation
Nach dem Abitur 1985 und seiner Ausbildung bei Hörgeräte Tramer in Duisburg schlug Thorsten Gerland 1987 den beruflichen Weg seines Vaters ein und begann als Geselle im Familienunternehmen. In verschiedenen Filialen, unter anderem in Quakenbrück, Bad Essen und Hildesheim, sammelte er wertvolle Berufserfahrung. Es folgten die Meistervorbereitung, die erfolgreich abgelegte Meisterprüfung 1989 und erste Führungserfahrungen als Filialleiter.
Bild: Thorsten Gerland (l.) mit einem Kunden vor der Filiale Hildesheim
1990-1999
In den 1990er-Jahren wurde die Hörakustik digitaler: Die ersten volldigitalen Hörsysteme kamen auf den Markt und machten eine genauere, individuellere Anpassung möglich.

Die erste eigene Filiale
Um das Unternehmen weiterzuentwickeln, folgte 1991 der Start in die Selbstständigkeit mit Thorsten Gerlands erster eigener Filiale in der Altstadt von Osnabrück.

Ein neues Beteiligungsmodell
Zwei Jahre später gründete Gerland Hörgeräte gemeinsam mit Annett Blümchen in Schwerin das erste Teilhaberunternehmen: Blümchen + Gerland Hörakustik. Es war der Auftakt für ein Modell, aus dem bis heute mehr als 12 verschiedene Gerland-Teilhaber in verschiedenen Regionen Deutschlands entstanden sind.
Bild: Thorsten Gerland und Annett Blümchen beim 60-jährigen Jubiläum von Gerland Hörgeräte im Jahr 2026

Der erste Standort in Bielefeld
1996 eröffnete Gerland Hörgeräte seine erste Filiale in Bielefeld – am Jahnplatz (Niederwall 1–3). Diese Filiale entwickelte sich zum Ausgangspunkt vieler weiterer Gerland-Filialen. Oft waren es Kunden, die entscheidende Tipps für weitere Neugründungen lieferten, sodass Susanne Gerland-Stahn und Thorsten Gerland in der Folgezeit gemeinsam weitere Filialen im Stadtgebiet von Bielefeld eröffneten.

Mehr Standorte, mehr Nähe
Die Expansion führte über Bad Iburg, Bad Oeynhausen, Ennigerloh, Georgsmarienhütte, Gütersloh, Löhne, Oerlinghausen, Osnabrück, Steinhagen, Verl, Vlotho, Warendorf und Werther zu einem mittlerweile fast kompletten Filialnetzwerk im Städtedreieck Bielefeld, Münster und Osnabrück.
2000-2009
In den 2000er-Jahren wurden Hörsysteme digitaler und begannen, sich stärker mit anderen Geräten zu verbinden. 2005 brachte Starkey mit ELI einen Bluetooth-Adapter auf den Markt, der die drahtlose Kommunikation zwischen Hörgerät und verschiedenen Bluetooth-fähigen Signalquellen ermöglichte – damals noch als Zusatzmodul und noch weit entfernt von der heutigen direkten Verbindung mit dem Smartphone.

Ein Zentrum für unsichtbares Hören
Im Jahr 2008 wurde in der Bielefelder Innenstadt am Jahnplatz das erste Gerland Lyric Zentrum eröffnet. Phonak Lyric ist das erste 100 Prozent unsichtbare Hörsystem, das dauerhaft getragen werden kann und keine Bedienung erfordert. Die „unsichtbare Kontaktlinse fürs Ohr“ wird bei Gerland aktuell in der vierten Technik-Generation, (Lyric4) angepasst.
2010-2019
In den 2010er-Jahren wurden Hörsysteme immer stärker Teil des digitalen Alltags. Mit dem ReSound LiNX erschien 2014 das erste eigenständige Bluetooth-Hörgerät, das ohne zusätzlichen Streamer auskam.

"Ich bin ein Gerländer"
2012 startete die Kampagne „Ich bin ein Gerländer“, und das Firmenlogo erhielt sein heutiges Erscheinungsbild.

50 Jahre Gerland
2015 war für Gerland Hörgeräte ein besonderes Jahr: Das Unternehmen feierte sein 50-jähriges Bestehen und eröffnete zugleich sein 50. Fachgeschäft in Belm.

Begleitung für CI-Patienten
2017 erhielt Gerland Hörgeräte die Zertifizierung für die qualifizierte Nachsorge von CI- und Hörimplantat-Patienten und wurde Partner führender Hersteller von Hörimplantaten, darunter Advanced Bionics, MED-EL und Cochlear.

Einkaufsgemeinschaft audimus
Neben dem Ausbau des Filialnetzwerks gründete Gerland Hörgeräte gemeinsam mit 17 weiteren Fachgeschäften aus verschiedenen Bundesländern die Einkaufsgemeinschaft audimus. Unter der Leitung von Armin Ganß entstand damit ein neuer Qualitätsverbund für Einkauf, Schulung und fachlichen Austausch in der Hörakustik.

Unterwegs für gutes Hören
2018 verwandelte Gerland Hörgeräte einen Airstream aus dem Baujahr 1966 in ein mobiles Hörstudio. Heute ist das Hörmobil auf Events, Messen und Stadtfesten unterwegs und dient zusätzlich als provisorische Filiale bei Umbauten und Renovierungen.

Otoplastiken made in OWL
2019 gründete Gerland Hörgeräte in Bielefeld das hauseigene Otoplastik-Labor 3D4Ears. Dadurch können passgenaue Otoplastiken besonders schnell, in hoher Qualität und mit höchster Präzision gefertigt werden. Gleichzeitig dient das Labor als Ausbildungslabor für die Auszubildenden von Gerland Hörgeräte.
2020 bis heute
Heute sind moderne Hörsysteme nicht nur kleiner und leistungsfähiger, sondern auch stärker vernetzt. App-Steuerung, Smartphone-Anbindung und neue Übertragungsmöglichkeiten machen gutes Hören im Alltag flexibler als je zuvor.

Der Onlineshop für Hörzubehör
Aus dem Gerland ServiceShop gerland24.de entstand 2021 hörgeräte-direkt.de – ein bundesweit anerkannter Onlineshop für Hörgerätezubehör und die fachlich kompetente Versorgung hörgeschädigter Kinder mit Funksystemen in Regel- und Förderschulen.

"Ich bin Gerländer"
2022 startete unsere Kampagne „Ich bin Gerländer“. Im Mittelpunkt stand die Verbundenheit unserer Mitarbeiter und Kunden mit Gerland.
Denn ein Gerländer ist für uns beides: ein zufriedener Kunde und ein zufriedener Mitarbeiter.

Stolz auf unsere Auszubildende
Auch im Bereich Ausbildung gab es 2022 einen besonderen Erfolg: Eine unserer Auszubildenden wurde im Wettbewerbsberuf Hörakustikerin I. Kammersiegerin im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks in Nordrhein-Westfalen und erreichte zudem den 2. Platz auf Landesebene.

Service-Testsieger
Gerland Hörgeräte wurde mit dem Qualitätsurteil „sehr gut“ Testsieger einer bundesweiten Servicestudie. Herausragend bewertet wurden unter anderem die individuelle Beratung, die hohe Freundlichkeit der Mitarbeiter und die große Markenvielfalt im Sortiment. Auch der Reparaturservice an allen Standorten konnte überzeugen.

Gerland x Ruthe
2026 startete Gerland Hörgeräte gemeinsam mit dem Bielefelder Cartoonisten, Autor und Filmemacher Ralph Ruthe die Gerland x Ruthe Kampagne. Mit Humor und einer Fledermaus als augenzwinkerndem Begleiter macht Ruthe deutlich: Hörverlust ist kein Thema, das man wegschieben sollte – und ein Hörtest kann der erste Schritt zu besserem Verstehen sein.

60 Jahre Gerland
2026 blickt Gerland Hörgeräte auf 60 Jahre zurück – und zugleich nach vorn: mit dem Anspruch, hochwertige Hörakustik, persönliche Nähe und familiäre Werte auch in Zukunft weiterzuführen.
